Dienstag, 30. Dezember 2008
Streit um den Felsendom
Wer oder was ist die Hamas?
Die Symbole sind eindeutig. Gekreuzte Schwerter stehen als Symbol für die Verpflichtung zum Dschihad, zum Heiligen Krieg gegen Israel. Das Abbild des Felsendoms als Heiligtum des Islam steht für den Anspruch auf den Jerusalemer Tempelbezirk, wo einst der prächtige Tempel Salomos stand und wo sich heute noch die Klagemauer, Teil der einstigen Westumfassung des Tempels, erhebt. Doch die Spitze des Hamas-Emblems ziert eine stilisierte Darstellung Israels inklusive Gazastreifen und Westjordanland. Es ist ein unmissverständliches Symbol für den Anspruch der Hamas, in ganz Palästina einen islamischen Gottesstaat zu errichten - unter vorheriger Vernichtung des Staates Israel.
Hoffnung für 2009? Man hört und liest immer wieder, dass dieser Konflikt nicht mit Waffen gelöst werden kann. Was kann neue Politik, was kann Barack Obama, designierter US-Präsident erreichen?
Dienstag, 14. Oktober 2008
Jubiläum Israels - Papst besorgt um Rückgang der Christen
Die mit dem Vatikan geschlossenen Abkommen müssten auch ins nationale Recht Israels integriert werden, betonte Benedikt XVI., um so eine dauerhafte Basis für die fruchtbare Zusammenarbeit zu schaffen. Möglichst bald sollte es zu einer zufriedenstellenden Lösung der strittigen Finanzfragen und des Visa-Problems kommen. "Nur wenn diese Schwierigkeiten überwunden werden, kann die Kirche frei ihre religiöse, moralische, erzieherische und karitative Arbeit in dem Land erfüllen, in dem sie entstanden ist", sagte der Papst und erinnerte dankbar daran, dass der neue Botschafter als Berater des Jerusalemer Bürgermeisters in religiösen Fragen persönlichen Anteil an der Situation der Christen im Heiligen Land genommen habe.
Samstag, 20. September 2008
Eichmann in Jerusalem
Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen
Preis: EUR 12,95
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Stand: 20.09.2008 13:05
Der Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat.
Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken -- ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann.
Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik -- so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust -- darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal.Mittwoch, 13. August 2008
Felsendom im Eslam
Der Felsendom heißt in Arabisch "Felsenkuppel" [qubbat as-sachra] und ist eines der ältesten islamischen Heiligtümer sowie unübersehbares Merkmal Jerusalems. Er befindet sich südöstlich der Altstadt von Jerusalem auf dem Hügel, den Muslime als "das edle Heiligtum" (الحرم الشريف) [al-haram al-scharif] und Juden als Tempelberg bezeichnen.Er wurde als Schrein für den Felsen [sachra] errichtet, auf welchem gemäß islamischer Überlieferung Abraham (a.) bereit war seinen Sohn Ismael (a.) zu opfern. Von der gleichen Stelle begann die Himmelfahrt [miradsch] des Propheten Muhammad (s.), nachdem er in der Nachtreise zu dem Felsen gekommen war. Dort lag ein bereits für Christen Heiliger Felsen unter freiem Himmel. Nach der Eroberung Jerusalems (637 n.Chr.) veranlasste Kalif Umar ibn Chatab, den damals vernachlässigten Platz zu säubern. In der Südwestecke des Felsens wurden angeblich ein Fußabdruck des Propheten Muhammad (s.) sowie weitere Spuren gefunden. Manche Spuren wurden Jesus (a.) zugeschrieben. So bezeichneten die Christen den Felsendom als "Templum Domini" (Tempel des Herrn), was auch im direkten Zusammenhang mit dem Templerorden steht.
Freitag, 4. Juli 2008
Abraham, Vater dreier Religionen
Abrahams Geschichte wird in der Genesis bzw. Bereschit (1. Buch Mose) erzählt. Danach gehört er zusammen mit seinem Sohn Isaak und seinem Enkel Jakob zu den Erzvätern, aus denen laut biblischer Überlieferung die Zwölf Stämme des Volkes Israel hervorgingen.
Neben dem Judentum berufen sich auch der Islam und das Christentum auf Abraham als Stammvater. Darum bezeichnet man alle drei auch als abrahamitische Religionen. In ihrem Trialog spielt die Figur des Stammvaters eine große Rolle.
Freitag, 16. Mai 2008
Papst gratuliert zum 60-Jahr-Jubiläum des Staates Israel
Antrittsbesuch des neuen israelischen Vatikanbotschafters Mordechay Lewy - Sorge über den Rückgang der christlichen Bevölkerung im Nahen Osten - Benedikt XVI. betont Hoffnung des Vatikans auf eine Friedenslösung mit zwei souveränen Staaten im Heiligen Land
Vatikanstadt, 12.5.08 (KAP) Seinen herzlichen Glückwunsch zum 60-Jahr-Jubiläum des Staates Israel hat Papst Benedikt XVI. am Montag beim Antrittsbesuch des neuen israelischen Vatikanbotschafters Mordechay Lewy formuliert. Der Heilige Stuhl vereinige sich mit den Israelis im Dank an Gott, dass die Hoffnungen des jüdischen Volkes "auf eine Heimstatt im Land der Väter" erfüllt worden seien, sagte der Papst wörtlich. Zugleich setze der Heilige Stuhl darauf, dass bald eine "Zeit noch größerer Freude" kommen werde, wenn ein "gerechter Friede" endlich den Konflikt mit den Palästinensern löst. Im Hinblick auf den Friedensprozess begrüße der Heilige Stuhl das Engagement der israelischen Regierung, das in Annapolis zum Ausdruck gekommen sei, betonte der Papst. Die in Annapolis geweckten Hoffnungen und Erwartungen dürften nicht enttäuscht werden. Es sei notwendig, auf die "geringfügigsten Anzeichen des Dialogs oder des Wunsches nach Versöhnung" zu achten. Wenn es gelinge, dass die Menschen im Heiligen Land in zwei souveränen Staaten Seite an Seite "in Frieden und Harmonie" leben, würde dies von unschätzbarem Nutzen für den Weltfrieden sein, hob der Papst hervor. Israel werde dann wahrhaft das "Licht der Völker" sein, wie es der Prophet Isaias ausgedrückt habe.
Benedikt XVI. betonte die Bedeutung der - vor 15 Jahren aufgenommenen - diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel; es gehe nun darum, den "gewachsenen Respekt und die Zusammenarbeit" zwischen den beiden Partnern weiter zu entwickeln. Zwischen dem Staat Israel und dem Heiligen Stuhl gebe es viele Bereiche "gemeinsamen Interesses", erinnerte der Papst. Das jüdisch-christliche Erbe sollte beide Seiten zur Förderung "vieler Formen" der sozialen und humanitären Tätigkeit in aller Welt inspirieren, "nicht zuletzt im Kampf gegen alle Formen rassistischer Diskriminierung". Der brüderliche Dialog zwischen Christen und Juden auf internationaler Ebene bringe viele Frucht und müsse "engagiert und großherzig" weiter geführt werden. Die "heiligen Städte" Rom und Jerusalem seien Quellen "des Glaubens und der Weisheit" von zentraler Bedeutung für die westliche Kultur.
Zugleich äußerte Benedikt XVI. seine tiefe Sorge über den "alarmierenden Rückgang" der christlichen Bevölkerung im Nahen Osten einschließlich Israels wegen der starken Auswanderungsbewegung. Die Christen seien im israelisch-palästinensischen Konflikt "besonders verwundbar" und litten ganz besonders unter dessen Auswirkungen. Er hoffe, dass im Hinblick auf die wachsende Freundschaft zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl Wege gefunden werden, um den Christen eine "sichere und friedvolle Zukunft" im Land ihrer Vorfahren zu ermöglichen, betonte der Papst. Die Christen im Heiligen Land hätten lang gute Beziehungen sowohl mit den Muslimen als auch mit den Juden unterhalten. Die christliche Präsenz im Heiligen Land und die freie Entwicklung des kirchlichen Lebens könnten wesentlich auch zur Überwindung der Spannungen zwischen den beiden anderen monotheistischen Religionen beitragen.